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Interviews zu Gesundheit und Lebensgefühl

Gesund durch die Ferien

Caroline Haberl, Kinderärztin in Starnberg Die Ferien zu planen gehört zu den angenehmen Familien­aufgaben. Was man für Kinder und ihre Gesundheit dabei bedenken sollte, erläutert Caroline Haberl, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin in Starnberg.

Urlaub mit Kindern ++ Reiseapotheke ++ Impfungen


StaMed: Frau Haberl, was sind die wichtigsten Dinge, die man vor einer Reise mit Kindern beachten sollte?

C. Haberl: Zunächst sollte man abklären, ob das angestrebte Reiseland und -ziel für Kinder geeignet ist. Säuglinge und Kleinkinder sollte man z.B. nicht unbedingt in ferne Länder mitnehmen, in denen sie sich auf völlig neue klimatische Verhältnisse einstellen müssen. Ebenso sind die Hygieneverhältnisse und die medizinische Versorgungsmöglichkeit am Urlaubsort zu klären. Dann gehört natürlich ein ausreichender Impfpass dazu, den man mit dem Impfbuch des Kindes überprüfen kann. Manchmal empfehlen sich auch eine Hepatitis A- oder andere Reise-Impfungen. Eine kurze Vorab-Beratung durch den Kinderarzt ist sicher hilfreich.

StaMed: Dass man bei Autoreisen ausreichend Pausen einplanen soll, ist bekannt; was ist auf Flugreisen für Kinder wichtig?

C. Haberl: Grundsätzlich sollte man nur mit gesunden Kindern fliegen. Ist der Körper mit einer fieberhaften Erkältung belastet, kann sich das sehr unangenehm auswirken. Bei Start und Landung sollte man wegen des Druckausgleiches Säuglingen und Kleinkindern etwas zu trinken geben, um Ohrenschmerzen zu vermeiden. Und am besten schalten Sie die Düsen aus, die neben kalter Luft auch jede Menge Keime verteilen.

StaMed: Was gehört idealerweise in eine „Kinder-Reiseapotheke“?

C. Haberl: Das Impfbuch habe ich eingangs bereits erwähnt. Das sollte ebenso dabei sein wie die Versichertenkarte und/oder ein Auslands­krankenschein. Dann: Pflaster und ein antiseptisches Spray, aus­reichender und evtl. hypoallergener Sonnenschutz, ein Gel gegen Insektenstiche, ein Fieber senkendes Medikament (Zäpfchen oder Saft), ein Durchfall­medikament und eine Elektrolyt-Lösung, damit sind Sie gut abgedeckt.

StaMed: Man hört immer wieder, dass Eltern prophylaktisch ein Breitspektrum-Antibiotikum mitnehmen, ist das sinnvoll?

C. Haberl: Ganz klar: nein. Sollte die Einnahme eines Antibiotikums erforderlich sein, muss das nach Untersuchung und auf Anweisung eines Arztes geschehen. Sonst laufen Sie Gefahr, ein nicht passendes Präparat zu nehmen und verschlimmern möglicherweise alles.

StaMed: Eine Situation, die im Urlaub häufig passieren kann: Das Kind hat plötzlich heftiges Bauchweh, erbricht sich. Abwarten oder zum Arzt?

C. Haberl: Natürlich gibt es dafür keine Standardempfehlung. Alter, Umfeld und Symptome sind entscheidend. Was hat das Kind gegessen? Sind andere Familienmitglieder ebenfalls betroffen? Tritt Fieber auf? Kinder reagieren oft schnell und heftig mit Erbrechen und Durchfall und erholen sich auch recht schnell wieder. Bleiben die Beschwerden allerdings länger bestehen, gehören sie ärztlich abgeklärt. In jedem Fall muss der Flüssigkeitsverlust des Kindes ausgeglichen werden. Also viel trinken und dabei auf kleine häufige Einheiten achten.

StaMed: Ein weiteres Szenario: Das Kind hat plötzlich hohes Fieber.

C. Haberl: Auch hier sind die Begleitumstände entscheidend. Gehen mit dem Fieber Erkältungssymptome einher, ist es mal höher mal niedriger, liegt wahrscheinlich ein klassischer Virusinfekt vor. Hier kann man Wadenwickel einsetzen oder auch ein Fieber senkendes Medikament. Bessert sich der Zustand nicht oder hat das Kind sehr hohes Fieber und einen schlechten Allgemeinzustand ohne weitere Symptome, muss das Fieber dringend vom Arzt abgeklärt werden, um beispielsweise eine Menigitis (Hinhautentzündung) auszuschließen oder rechtzeitig zu erkennen.

StaMed: Frau Haberl, vielen Dank für das Gespräch. Haben Sie noch einen abschließenden guten Tipp für das Gesundbleiben in den Ferien?

C. Haberl (lacht): Es gibt eine äußert empfehlenswerte, effektive Kleinigkeit: Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen. Damit haben viele Bakterien und Viren von vornherein keine Chance. Insgesamt schadet eine gewisse Wachsamkeit nicht, denn nicht alle Gefahren sind sofort sichtbar. Wenn man sich in die Situation eines spielfreudigen Kindes hineinversetzt und unter diesem Aspekt einen „Geländecheck“ macht, beispielsweise am Strand, kann man gewisse Gefahrenquellen gut ausschließen.

Caroline Harberl, Starnberg

Zur Person

Caroline Haberl ist Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin in Starnberg, mit den Schwerpunkten Neuro­pädiatrie und Entwicklungsneurologie.
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